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Die innere Stimme kennt kein ‘Aber’

  • Beitrags-Kategorie:Erwachen

‘Aber’ gehört in die Gefolgschaft der Vernunft und kündigt das Erscheinen des nüchternen Verstandes auf der Bühne der Entscheidungen an. Eigentlich ist ‘Aber’ ein Miesepeter und Spaßverderber, und er behindert den wahren Fluss unseres Lebens. Aus der Sicht des Verstandes ist er allerdings die überlebenswichtige Notbremse, die uns daran hindern soll, gewohnte Bahnen und vermeintlich sichere Umstände zu verlassen.

Der Verstand ist wie ein Zug, der auf Schienen fährt. Die Gleise wurden von vielen, vielen Generationen unserer Ahnen bis in die heutige Zeit hinein errichtet, mit dem Ziel, uns sicher durch die Gefahren des Lebens zu leiten. Steigen wir am Bahnhof A in den Zug, gelangen wir mit größter Wahrscheinlichkeit sicher, und mehr oder weniger bequem, an den Bahnhof B. Auf der Fahrt schauen wir aus dem Fenster und beobachten interessiert und staunend die Szenerien rechts und links der Schienen. Da gibt es Welten zu entdecken. Doch der Zug hält sein Tempo, und so erhaschen wir von diesen Welten nur einen kurzen Moment lang eine leise Ahnung, und bevor wir sie wirklich erfassen können, treibt uns der Zug weiter und weiter.

Solange unser Zielbahnhof mit großer Freude erwartet wird, ist diese Fahrt ein Teil unseres persönlichen Weges und die inspirierenden Aussichten aus dem Fenster sind wunderbare Reisebegleiter. Haben wir den Zug allerdings aus reiner Pflichterfüllung bestiegen und unser Ziel ist ein ‘Das-macht-man-eben-so’, dann wird der Blick aus dem Fenster Sehnsüchte wecken und unsere innere Stimme wird uns bitten, den Zug baldmöglichst zu verlassen.

Wir könnten am nächsten Halt aussteigen, mit klopfendem Herzen die Rücklichter des abfahrenden Zuges verfolgen und spüren, wie uns eine enorme Last von den Schultern fällt, während uns ein unbekanntes Gefühl der Freiheit und des Abenteuers willkommen heißt. Es ist der Moment, in dem wir uns bei unserem Verstand für sein Bemühen, uns in Sicherheit zu wägen, bedanken, ihn damit beruhigen, dass wir ihm bei Bedarf eine gewisse Beachtung schenken werden und uns dann neugierig und voller Vertrauen unserer inneren Stimme zuwenden, die uns wie eine Kompassnadel auf den richtigen Weg führt, im Einklang mit den Bedürfnissen unseres innersten Wesens und den Wünschen unserer Seele. Auf eine Reise zu uns selbst und zu unserer Bestimmung, in einer Welt voller Möglichkeiten.

Dieser Beitrag darf liebevoll berühren und Raum lassen für eigenes Verstehen, weil wir alle Wesen mit eigener Geschichte und ganz individuellen Umständen sind. Meine persönlichen kleinen Übungen zu diesem Thema sind hier zu finden.