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Trennungsschmerz

  • Beitrags-Kategorie:Erwachen

Trennungsschmerz ist ein irdisches, ein erdgebundenes Phänomen.

Die Seele verbindet sich aus dem Einssein heraus mit einer irdischen Daseinsform, mit der Materie eines pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Körpers. Als Ungeborenes macht sie schon ihre ersten neuen Erfahrungen, fühlt sich aber über die Verbindung mit der Mutter noch im Einssein, ist sicher, geschützt und eingebettet.

Der Moment der Geburt ist eine Sinnesüberflutung für den Körper. Alle Wahrnehmungsorgane werden enorm gefordert. Da ist die Enge des Geburtskanals, Licht, ungedämpfte Geräusche, aus der Enge in die gefühlte Leere und plötzlich das Getrenntwerden von der Mutter, das Verlassen der Einheit. Es ist eine Explosion von Eindrücken, und für den irdischen Körper ist das Getrenntwerden von der Quelle die größtmögliche Bedrohung. Ohne die Mutter wird das Neugeborene in der Natur sterben. Und so wird eine Kaskade körperlicher und emotionaler Reaktionen ausgelöst, die in speziellen Hirnregionen gespeichert wird. Sie wird zum Urschmerz an den wir im weiteren Leben bei jeder Trennung erinnert werden, denn der Verlust eines geliebten Menschens oder Tieres löst unmittelbar und mit aller Kraft diese Erinnerung mitsamt all ihrer körperlichen und emotionalen Aspekte aus. Der Urschmerz wird neu empfunden und hat nichts von seiner Dramatik verloren.

Unser Besuch auf der Erde ist etwas sehr Besonderes. In der Verbindung mit der Materie erfahren wir Dualität und in ihr können wir beängstigende Phasen des Verlassenseins, des Abgetrenntseins und der Einsamkeit erleben. So riesig ist der Mut und das Vertrauen unserer Seele, dass sie es trotzdem gewagt hat, hier auf diesen Planeten mit all seinen Herausforderungen zu inkarnieren.

In diesem Wissen fällt es leichter, unseren Trennungsschmerz anzunehmen, auch in dem Bewusstsein, dass er eine Erinnerung an den Urschmerz und ein irdisches Phänomen ist. Er kann sich grausam anfühlen, aber er kann unserer Seele nichts anhaben, denn sie ist strahlend, voller Liebe und auf ewig mit ihrer höchsten Quelle verbunden. Indem wir den Schmerz als eine Erfahrung annehmen, ihn fühlen und nicht als Feind verdrängen, können wir durch ihn hindurchtauchen. Im Annehmen geschieht die Heilung und wir erfahren uns als die, die wir wirklich sind: liebende, lichtvolle Wesen, die frei und voller Mut und Freude sind und hier auf Erden Wunder vollbringen können.